Die richtige Order-Aufgabe

Allgemeines

Bei einer Order handelt es sich um „Auftrag“ an den Broker. Der Broker soll unter den von dir gesetzten Bedingungen einen Trade an der Börse eingehen. Die meisten von euch kennen zum Beispiel eine limitierte Order. Hier wird die Order nur ausgeführt, wenn der gewünschte Basiswert nicht teuerer ist als angenommen 100€.

In diesem Artikel möchte ich aber nicht die verschiedenen Order-Arten aufzählen und erklären die es an der Börse gibt. Ich möchte euch zeigen wie man Orders im Optionshandel aufgibt. Speziell natürlich in  Stillhaltergeschäften.

Wir wissen ja, im Stillhaltergeschäft läuft das Geld verdienen anderes als im Aktienhandel. Während wir beim Aktienhandel theoretisch unbegrenzt viel gewinnen können, ist der Verdienst bei Stillhaltergeschäften von Anfang an klar definiert. Abhängig von der gewählten Optionsstrategie, nehmen wir anfangs mehr oder weniger Prämie ein.

Und dennoch können wir versuchen, hier soviel wie möglich an Prämie rauszuholen – mit der richtigen Order-Aufgabe.

Ich unterscheide hier 2 Arten der Order-Aufgabe:

Stressfreie Order-Aufgabe

Wie der Name schon sagt, bei dieser Art habe ich keinen Stress. Was genau meine ich damit? Ich bin gerade dabei einen neuen Trade zu eröffnen. Nach meinem Regelwerk habe ich angenommen 4 mögliche Trades gefunden. Theoretisch könnte ich 2 bis 3 Trades eröffnen. Ich habe also die Qual der Wahl. Und das ist perfekt. Ich eröffne nämlich alle 4 Trades gleichzeitig ABER ich wähle beim Limitkurs, also den Preis, zu dem ich die Option verkaufen will, nicht einen Wert zwischen Bid und Ask Spread, sondern einen höheren. In den meisten Fällen gehe ich 3 bis 4 $ weiter nach oben. Nicht viel, aber ein Großteil der Kommission ist dadurch gedeckt. Und das immer und immer wieder. Nun warte ich einfach ab, das sollte man als Stillhalter ohnehin gewohnt sein. In den meisten Fällen, geht diese Rechnung bei 1 bis 2 Trades auf. Die restlichen Trades die am Ende des Tages keinen Fill bekommen verfallen automatisch.

Der Vorteil liegt klar auf der Hand, ich bekomme für meine Position mehr Prämie was mir am Ende des Tages auch mehr Cashflow einbringt.

Der Nachteil, es gibt auch Situationen wo mir der Preis davonläuft und ich bekomme gar keinen Trade gefillt. Dann habe ich schlichtweg Pech gehabt. Die nächste Gelegenheit kommt bestimmt. Vielleicht schon morgen.

Beispiel

Trade

Hier sehen wir den Spread von einem möglichen Bull Put Spread auf Apple. Aktuell würde man im besten Fall eine Prämie von 68$ bekommen, im schlechtesten Fall 66$. Wir hingegen schreiben aber 72$ in die Limit Order. Das heißt, sollte die Aktie kurzzeitig wieder ein bisschen runter gehen, was auch im Laufe eines Tages nicht unwahrscheinlich ist, so starten wir schon mit einem besseren Preis als wenn wir die Ordermit 67$ aufgeben und  sofort einen Fill bekommen.

Schnelle Order-Aufgabe

Bei dieser Art bin ich gezwungen die Position schnell zu eröffnen. Das passiert dann, wenn eine bereits eröffnete Position in Bedrängnis ist, also 100% hinten liegt. Hier kann ich nicht sagen, wenn ich den Fill nicht bekomme ist es auch nicht schlimm, morgen ist auch noch ein Tag. Das würde gegen unser Regelwerk verstoßen. Was man aber machen kann sobald es ersichtlich wird, dass man rollen muss, man kann bereits davor die geeignete Gegenposition heraussuchen. Zum Beispiel kann man darauf achten, welche Kombination den kleinsten Spread hat. Und so kann man auch beim Adjustieren versuchen noch einen passenden Preis zu bekommen, wenn man auch nicht mehr beliebig flexibel ist.